Wie hängen Cookies und SEO zusammen?

Cookies und SEO
Cookies und SEO KI Bild

SEO oder Search Engine Optimization umfasst alle Maßnahmen, die eine Webseite möglichst weit oben in den Suchergebnissen zu einem Suchbegriff platzieren. Cookies galten dabei lange als wichtiges Werkzeug, vor allem für personalisierte Werbung und Nutzeranalyse. Ihre Rolle hat sich in den letzten Jahren aber deutlich verschoben, und 2025 kam sogar eine Kehrtwende, mit der kaum jemand gerechnet hatte.

Was sind Cookies?

Cookies sind kleine Textdateien, die eine Webseite beim Besuch an den Browser übermittelt. Je nach Einstellung des Nutzers werden sie dort gespeichert oder abgelehnt. Man unterscheidet First-Party-Cookies, die von der besuchten Seite selbst stammen, und Third-Party-Cookies, die von Drittanbietern wie Werbenetzwerken gesetzt werden. Für die Kundenbindung im Netz sind vor allem First-Party-Cookies weiterhin unverzichtbar.

Was sind notwendige Cookies?

Man kann grundsätzlich alle Cookies ablehnen. Dann funktionieren aber viele Webseiten entweder gar nicht mehr richtig oder nur mit deutlich mehr Klickaufwand.
Notwendige oder essentielle Cookies speichern zum Beispiel Login-Daten oder den Inhalt des Warenkorbs. Ohne sie müsste man sich bei jedem Aufruf eines Onlineshops neu anmelden. Besucht man die Seite vom selben Gerät erneut, werden diese Daten aus dem Cookie automatisch geladen.

Was sind nicht-essentielle Cookies?

Diese Cookies dienen dem Marketing. Sie zeigen einer Webseite, ob sie von diesem Gerät schon einmal besucht wurde und welche anderen Seiten der Browser zuvor angezeigt hat. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf Interessen ziehen, die für Werbetreibende wertvoll sind. Auch Suchmaschinen konnten solche Daten bislang für die Personalisierung von Ergebnissen nutzen, ein direkter Rankingfaktor sind Cookies aber nicht und waren es auch nie. Google bestätigt seit Jahren, dass Cookie-Einstellungen keinen Einfluss auf die Platzierung in den organischen Suchergebnissen haben.

Welche rechtlichen Vorgaben gibt es für Cookies?

Nach der Datenschutzgrundverordnung der EU und der ePrivacy-Richtlinie brauchen die meisten nicht notwendigen Cookies die Zustimmung des Nutzers, bevor sie gesetzt werden dürfen. Diese Zustimmungspflicht ändert sich auch durch Googles jüngste Entscheidung nicht, DSGVO und ePrivacy gelten unabhängig davon, ob ein Cookie von der eigenen Seite oder von einem Drittanbieter stammt.

Wie hat sich die Lage bei Third-Party-Cookies seit 2025 verändert?

Google hatte jahrelang angekündigt, Third-Party-Cookies in Chrome komplett abzuschaffen, der Termin dafür wurde mehrfach verschoben. Am 22. April 2025 kam dann die Kehrtwende: Google kündigte an, an Third-Party-Cookies festzuhalten, und verzichtet zusätzlich auf ein separates Consent-Popup dafür in Chrome. Nutzer verwalten ihre Cookie-Einstellungen stattdessen über die bestehenden Datenschutzeinstellungen des Browsers.
Für Werbetreibende bringt das mehr Unsicherheit statt weniger, denn unklar bleibt, wie viele Nutzer Third-Party-Cookies künftig aktiv zulassen und ob die Datenqualität ausreicht. Safari, Firefox und Brave blockieren Third-Party-Cookies ohnehin bereits seit Jahren, das betrifft schätzungsweise 17 bis 20 Prozent des weltweiten Webverkehrs. An dieser Realität ändert Googles Entscheidung nichts.

Welche technischen Einschränkungen hatten Third-Party-Cookies schon vorher?

Viele Nutzer greifen heute von mehreren Geräten aus auf dieselben Seiten zu. Da Cookies immer nur auf einem Gerät gespeichert werden, ließ sich Nutzerverhalten geräteübergreifend damit nie zuverlässig verfolgen. Zusätzlich verwenden immer mehr Menschen Cookieblocker oder Browser, die Third-Party-Cookies von Haus aus unterbinden.

Welche Alternativen zu Cookies gibt es im Online-Marketing?

Im Kern geht es beim Marketing um den Aufbau von Kundenbeziehungen. Statt Verhalten über Third-Party-Cookies zu verfolgen, setzen viele Anbieter auf selbst erhobene First-Party-Daten: E-Mail-Adresse und Name des Kunden, ein Login auf der eigenen Seite oder die IP-Adresse, über die sich ein Gerät einloggt. Loggen sich zwei Geräte über dieselbe IP-Adresse ein, lassen sie sich demselben Kunden zuordnen.
Eine weitere Methode ist Native Advertising. Dabei werden Anzeigen inhaltlich passend in die Webseite eingebunden, als Anzeige gekennzeichnet, aber redaktionell zum Umfeld passend. First-Party-Cookies können dabei weiterhin Informationen über Interessen liefern und so zur Aussteuerung solcher Anzeigen beitragen.

Für die SEO-Praxis heißt das: Wer bislang stark auf Third-Party-Tracking gesetzt hat, sollte jetzt trotzdem in eigene Datenquellen investieren, Google hat die Abschaffung nur aufgeschoben, nicht die grundsätzliche Richtung geändert. Die Zustimmungspflicht nach DSGVO bleibt in jedem Fall bestehen, unabhängig davon, was Chrome tut.

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